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Social Innovation

Energie in den Entwicklungsländern

Aus der Geschichte wissen wir, dass die Industrieländer weltweit führend bei der Innovation waren – von den Wurzeln der Industriellen Revolution in Großbritannien zum Informationszeitalter, das in Silicon Valley das Licht der Welt erblickte – und die das Leben, wie wir es heute kennen, möglich gemacht hat.

Es gibt jedoch die hartnäckige Fehleinschätzung, dass Entwicklungsländer der technologischen Entwicklung stets hinterherhinken und diese nie anführen. Bis jetzt.

Einer Umfrage des Pew Research Centre zufolge ist die Bedrohung, über die wir uns als globale Bevölkerung am meisten Sorgen machen, der Klimawandel. Und dieses Mal sind es die "Entwicklungsländer", die sich dieser Herausforderung stellen und die den Weg für eine nachhaltigere Zukunft ebnen. Allein in den letzten fünf Jahren haben sich die Kapazitäten für sauberen Strom in den Entwicklungsländern mehr als verdoppelt. Das ist nur der Anfang: Wussten Sie, dass 2020 nahezu die Hälfte der gesamten Energieproduktion der Welt voraussichtlich in den Entwicklungsländern produziert werden wird?

Wie können sie das schaffen? In einer überraschenden Schicksalswende kommt ihnen die Tatsache zugute, dass sie keine alten, klobigen Netzsysteme haben. In einer Studie von McKinsey wird darauf hingewiesen, dass 70 – 80 % Indiens noch aufgebaut werden muss. Das Land hat die einzigartige Chance, seine städtische Entwicklung von Grund auf selbst zu gestalten. Stellen Sie sich vor, wie ländliche Gemeinden sich in moderne Städte entwickeln, wie dabei zum ersten Mal Elektrizität in die Häuser kommt.

Das vernetzte Zuhause und die intelligenten Städte, die für reiche westliche Nationen eine weit entfernte Möglichkeit zu sein scheinen, werden wahrscheinlich für Entwicklungsländer schon sehr viel schneller Realität sein. 2016 wurde in einer jährlichen Studie über die Stromnetze der Entwicklungsländer offenbart, dass 50 Entwicklungsländer in den kommenden zehn Jahren zusammen 226 Mrd. USD in intelligente Netze investieren werden. Allein Brasilien plant, 36 Mrd. USD in sein intelligentes Netz zu investieren und gab sein Ziel bekannt, bis 2023 63 Millionen Stromzähler mit intelligenten Messsystemen zu ersetzen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Technologie – wie intelligente Netze – so intelligent ist, dass sie mit Gebäuden kommunizieren kann. Intelligente Netze, die mit der Infrastruktur der erneuerbaren Energien vollständig kompatibel sind, ermöglichen es Gebäuden und Netzen, die Energiebereitstellung genau mit der Nachfrage abzugleichen. Dadurch werden riesige Energiemengen (und auch Geld) gespart.

In naher Zukunft werden technologische Fortschritte auch Off-grid-Lösungen möglich machen. In Indien ersetzt das Brennstoffzellenunternehmen Intelligent Energy Diesel-Notstromgeneratoren mit hocheffizienten, kohlenstoffarmen Wasserstoffbrennstoffzellen-Telekommunikationstürmen. 55 Tonnen Kohlendioxid wurden in den ersten drei Monaten eines Projektes mit 27.000 Telekommunikationstürmen eingespart. Einem Land, das 2012 den größten Stromausfall der Geschichte mit einem Netzausfall erlitt, der 670 Millionen Menschen traf, bietet diese Technologie eine dringend notwendige Lösung.

Die Entwicklungsländer nutzen diese noch nie dagewesene Möglichkeit, Länder zu überholen, die schon viel länger industrialisiert sind, und setzen intelligente Technologien ein, um ihre saubere Energie bereitzustellen. Aufgrund eines ironischen Paradigmenwechsels, der die Welt kopfstehen lässt und die Energiemärkte revolutioniert, werden die Entwicklungsländer wahrscheinlich vor dem Rest der Welt ihre nachhaltige Energiezukunft erreichen.