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Hitachi

Social Innovation

AI,Captain!

Die Schifffahrtsindustrie bewegt sich mit voller Kraft auf die klimatischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu

FEBRUARY 2019



Alles in der Schifffahrt ist gewaltig. Große Schiffe, große Ozeane und historisch hohe Emissionen. Die Schifffahrt verursacht mehr Emissionen als die meisten Länder und Schätzungen legen nahe, dass ein Frachtschiff die entsprechenden Emissionen von 50 Millionen Autos produziert. Mit dem Wachstum der Industrie steigen auch diese Emissionswerte – Stickoxid-Emissionen, die von der Schifffahrt verursacht werden, werden in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich die Emissionen aller terrestrischen Quellen in der EU übertreffen.

Die Schifffahrt hat begonnen zu handeln. Im April diesen Jahres erklärte sich die Schifffahrtagentur der Vereinten Nationen einverstanden, die CO2-Emissionen bis 2050 um 50 % gegenüber 2008 zu senken. Schlüsselfiguren der Branche arbeiten jetzt daran, die besten Wege zu finden, um dieses notwendige, aber ehrgeizige Ziel zu erreichen. Die Reise wird nicht leicht sein, aber der globale Kampf gegen den Klimawandel erfordert, dass die Schifffahrtindustrie an Bord ist, damit sich eine echte Veränderung abzeichnet.

Wie lösen Sie die große Frage der Emissionen? Die Antwort liegt in einer verbesserten Technologie. Das Hauptziel besteht darin, die Industrie zur Einführung energieeffizienter Technologien zu ermutigen, von denen die Kraftstoffoptimierung die wichtigste ist.

AI, captain

Hitachi ist mit Stena Line, einer der größten Reedereien Europas, eine Partnerschaft eingegangen, um künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen, um die Treibstoffeffizienz von Schiffen zu verbessern. Weniger Kraftstoffverbrauch bedeutet weniger Emissionen. Das getestete KI-Modell hilft dabei, die sparsamste Methode zum Betrieb eines bestimmten Schiffes auf einer bestimmten Route vorherzusagen. Mit Hilfe von KI können Stena-Linienkapitäne verschiedene Variablen berücksichtigen, wie z. B. Strömungen, Wetterbedingungen, Flachwasser und Geschwindigkeit durch Wasser - alles in verschiedenen Kombinationen. All dies wäre manuell nicht möglich. Die ersten Versuche waren so erfolgreich, dass Stena Line 2021 das gesamte Unternehmen mit KI ausstatten will.

Aus alt mach neu

Ein Großteil der Technologie, die zur Verringerung der Emissionen erforderlich ist, ist bereits vorhanden. Die Europäische Kommission schätzte, dass die Branche allein mit der vorhandenen Technologie 75 % ihrer Emissionen senken könnte. Die Industrie hat die Emissionen durch die Umgestaltung von Rümpfen und Propellern erfolgreich reduziert, die jetzt mit reduziertem Luftwiderstand arbeiten. In den letzten fünf Jahren wurden viele Schiffspropeller mit „tip fins“ ausgestattet, einem neu entwickelten Propeller, der die Leistung erheblich verbessert.

Vom Winde verweht

Die Industrie betrachtet nicht nur sich selbst, sondern schaut auch auf das Wetter. Die Smart Green Shipping Alliance hat mehrere solcher technologiebasierten Lösungen entwickelt, um die Industrie auf ihrem Weg hin zu emissionsarmen Betrieben zu unterstützen. Das Produkt Tradewind analysiert mithilfe von Prognosedaten, zu welchen Zeitpunkten Schiffe den durch starken Wind gebotenen „kostenlosen Treibstoff“ am besten optimieren können. Auf diese Weise können Unternehmen die effizientesten Fahrzeiten planen.

Die Schifffahrtbranche steigt vielleicht spät in den Klimaschutz ein, doch sie bietet mit der Reduzierung ihrer Emissionen und der entsprechenden Technologie Lösungen an.