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Hitachi

Social Innovation

    • Transport

    Der Wettbewerb unter multinationalen Unternehmen im Bereich Hochgeschwindigkeitszüge hat stark zugenommen. 2005 wurde Hitachi zum ersten japanischen Unternehmen, das Züge für Großbritannien herstellt, der Geburtsstätte der Eisenbahn. 2012 erhielt Hitachi angesichts dieser Erfolgsgeschichte schließlich einen öffentlichen Auftrag für das Intercity Express Programme (IEP), dem größten Vertrag für Schienenfahrzeuge in der Bahngeschichte Großbritanniens.*1 Hitachi hat die Entwicklung der Züge bereits abgeschlossen und macht schnelle Fortschritte in Richtung Inbetriebnahme.

    *1
    Stand Juni 2017

    Übersicht

    • Hintergrund
      Derzeit wird weltweit an mehreren großen Bahnprojekten gearbeitet. Hitachi erhielt den Auftrag für den Bau der Züge, die auf den ersten ausschließlich für Hochgeschwindigkeitszüge ausgelegten Schienen Großbritanniens fahren werden. Hitachi konnte die Herausforderung bewältigen, europäische Standards erfüllen zu müssen, die sich von den japanischen unterscheiden, und erfolgreich japanische Technologien für Hochgeschwindigkeitszüge auf Großbritanniens Bahninfrastruktur anwenden. Dabei wurden auch die Zielsetzungen in Hinsicht auf Sicherheit und Komfort erfüllt.
    • Projekt
      2012 erhielt Hitachi einen öffentlichen Auftrag für die Bereitstellung von Schienenfahrzeugen sowie deren Wartung für das Intercity Express Programme (IEP), einer Initiative, die London mit anderen größeren Städten verbinden soll. Zu den Herausforderungen, mit denen sich Hitachi konfrontiert sah, gehörte unter anderem, dass die Züge auf einer gemischten Infrastruktur fahren sollten, einschließlich zahlreicher Schienen ohne elektrifizierte Abschnitte.*2 Die Züge mussten außerdem den U.K. Railway Group Standard (RGS) und die aktuellsten europäischen Normen erfüllen. Hitachi setzte alles daran, diesen Herausforderungen gerecht zu werden.
    • Immer vorwärts
      2015 schloss Hitachi die Vorproduktion des Zuges in Japan ab, verschiffte diesen nach Großbritannien und begann mit den Betriebstests und der Schulung des Personals. 2016 enthüllte Hitachi den ersten in Hitachis neuer Zugfertigungsanlage in Großbritannien hergestellten Zug. Das Datum der Inbetriebnahme für das IEP ist derzeit für Herbst 2017 vorgesehen.
    *2
    Diese Abschnitte verfügen über keine elektrischen Hochspannungsleitungen.

    Hintergrund

    Hitachi ist der erste japanische Zugbauer auf dem britischen Markt

    Bahnsysteme haben in letzter Zeit erneut wachsendes Interesse als wichtige Infrastruktur für die Gesellschaft auf sich gezogen und es wurden zahlreiche Eisenbahngroßprojekte an vielen Orten weltweit initiiert. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass der Bahnverkehr weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat als andere Verkehrsformen. Die Menschen entdecken die einzigartigen Vorteile der Bahn wieder, die eine große Anzahl an Menschen und Waren transportieren kann. In Großbritannien, der Geburtsstätte der Eisenbahn, begann man 1998 mit dem Bau des ersten separaten Eisenbahnsystems für Hochgeschwindigkeitszüge. Zu den Anforderungen an das System gehörten eine hohe Umweltfreundlichkeit, Sicherheit und Komfort. Großbritannien wählte hierfür Hitachi als Partner aus.

    Hitachis Bahngeschäft umfasst die Fertigung von Schienenfahrzeugen, die Bereitstellung unterschiedlicher Systeme für die Verwaltung des Bahnbetriebs und der elektrischen Energie sowie Informationsdienste. 2005 erhielt Hitachi einen Auftrag für die Herstellung einer Flotte von 29 Zügen der Klasse 395 mit einer Gesamtanzahl von 174 Wagen. Die Züge der Klasse 395 können sowohl auf bestehenden, klassischen Strecken als auch auf der neuen, 109 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke namens „High Speed 1“ fahren, die London mit dem Eurotunnel verbindet.
    Für Hitachi wurde das Projekt zu einer bahnbrechenden Möglichkeit, um seine über die Jahre entwickelten Hochgeschwindigkeits-Bahntechnologien endlich einzusetzen. Da es sich um das erste Projekt eines japanischen Zugbauers in Großbritannien handelte, gab es von der Entwicklung bis zur Lieferung viele Herausforderungen. Eine der schwierigsten Herausforderungen rührte daher, dass die europäischen Normen, die in Großbritannien gelten, von den japanischen abweichen. Ein weiteres großes Hindernis war, die in Japan entwickelten hohen Qualitätsstandards auf die andersartige Infrastruktur in Großbritannien zu übertragen.

    Züge der Klasse 395 fahren auf der High Speed 1, der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen London und dem Eurotunnel.

    Hitachi hat für die Entwicklung stoßdämpfender Strukturen für Züge Verifizierungstests und Simulationen mit Hochleistungscomputern durchgeführt. Die neue Technologie und das Design konnten alle erforderlichen Spezifikationen und Sicherheitsstandards erfüllen und wurden von den verschiedenen prüfenden Behörden zugelassen. Hitachi konnte die Züge der Klasse 395 noch vor dem Zeitplan liefern, sodass die Präinspektionsdienste bereits ein halbes Jahr vor dem offiziellen Debüt der Klasse 395 im Dezember 2009 beginnen konnten. Das war eine große Überraschung für die Bahnindustrie Großbritanniens, wo Verzögerungen bei solchen Projekten eigentlich zur Tagesordnung gehörten. Seitdem haben Geschwindigkeit und Komfort der Klasse 395-Züge nicht nur das Fahrerlebnis der Fahrgäste verbessert, sondern durch die Verkehrsverlagerung auch die Umweltauswirkungen reduziert.*3 Darüber hinaus helfen die Züge der Klasse 395 bei der Neubelebung der Städte entlang der Strecke High Speed 1.

    *3
    Eine Verkehrsverlagerung ist eine Verschiebung der Fahrgastanzahl zwischen den unterschiedlichen Transportmitteln, z. B. von der Straße auf die Schiene

    Projekt

    Züge für das Intercity Express Programme – einer Weiterentwicklung des „A-Train“-Konzepts

    Züge der Klasse 800/801 werden in Japan bei Kasado Works in Kudamatsu City in der Präfektur Yamaguchi gefertigt


    Demontierbare Stromgeneratoren mit Dieselmotoren werden für den Antrieb auf nichtelektrifizierten Streckenabschnitten verwendet

    Die Fahrgastwaggons erfüllen die aktuellsten europäischen Kollisions- und Brandschutznormen (Bild des Prototyps)

    Aufgrund seiner Darbietung bei der Bereitstellung der Klasse 395-Züge erhielt Hitachi 2012 einen öffentlichen Auftrag für das Intercity Express Programme (IEP). Neben zusätzlichen Aufträgen für den Bahnverkehr umfasste der Vertrag die Lieferung von Schienenfahrzeugen (866 Wagen) sowie deren Wartung über 27,5 Jahre. IEP ist das größte Projekt in der Bahngeschichte Großbritanniens, in dessen Rahmen alternde Züge ersetzt werden, die auf der Great Western Main Line und der East Coast Main Line zwischen London und anderen größeren Städten verkehrt haben.

    Im Rahmen des Auftrags begann Hitachi mit der Entwicklung eines Hochgeschwindigkeitszuges, Klasse 800/801, für das IEP. Züge der Klasse 800/801 müssen auf einer gemischten Infrastruktur, einschließlich zahlreicher Schienen ohne elektrische Abschnitte, fahren und auf älteren Bahnsteigen und Brücken funktionieren können. Die Züge der Klasse 800/801 mussten außerdem den U.K. Railway Group Standard (RGS) und die aktuellsten europäischen Normen erfüllen, einschließlich der Technischen Spezifikation für die Interoperabilität (TSI). Gleichzeitig sollten Züge der Klasse 800/801 skalierbar sein und flexibel auf schwankende Fahrgastzahlen sowie zukünftige Elektrifizierungspläne reagieren können. Damit der Betrieb auch auf den nichtelektrifizierten Abschnitten erfolgen konnte, baute Hitachi demontierbare Stromgeneratoren mit Dieselmotoren unter den Wagenböden ein. Die Einrichtung, einschließlich Sitze und Tische, sollte auch für Fahrgäste mit Einschränkungen leicht zugänglich sein. Die Züge der Klasse 800/801 konnten die aktuellsten europäischen Normen in Bezug auf Kollisionssicherheit sowie alle weiteren RGS- und TSI-Anforderungen erfüllen. Die Zugsteuerungs- und Betriebsleitsysteme der Züge der Klasse 800/801 ermöglichen eine Echtzeitüberwachung der Zugbetriebsbedingungen für eine optimale Wartung der Züge.

    Die Züge der Klasse 800/801 wurden auf Grundlage des „A-Train“-Konzepts entwickelt. Für die leichte Konstruktion wird Aluminium verwendet. Die Züge verfügen über eine eigenständige Innenstruktur, die Hitachi in Japan speziell im Hinblick auf hervorragende Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Komfort entwickelt hat. Darüber hinaus nutzen die Züge der Klasse 800/801 eine für die Züge der Klasse 395 entwickelte Technologie, um diese für die britischen Bahnsysteme geeigneter zu machen und gleichzeitig eine hohe Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

    Immer vorwärts

    Nach Großbritannien visiert Hitachi nun auch andere europäische Märkte an

    Die Verschiffung von Zügen der Klassen 800/801 ab dem Werk Kasado nach Großbritannien begann im Januar 2015.

    2015 stellte Hitachi die Vorproduktion eines Klasse 800-Zuges fertig und startete die Verschiffung vom Werk in Kasado, seiner Heimatfabrik in Japan. Nach der Ankunft des Zuges in Großbritannien begann das Unternehmen im April 2015 mit den Betriebstests und der Schulung des Personals. Hitachi plant den Bau der weiteren Züge im Werk Kasado in Japan sowie in Hitachis neuem Werk für Schienenfahrzeuge in Newton Aycliffe, County Durham in Großbritannien, mit Inbetriebnahme des IEPs im Herbst 2017.
    Hitachi verschreibt sich weiterhin der Bereitstellung hochwertiger Bahndienstleistungen nicht nur in Großbritannien, sondern auch in anderen Ländern der Welt.

     

    Ankunft eines Zuges der Klasse 800 für das Intercity Express Programme (IEP) in Großbritannien (März 2015)

    Veröffentlichungsdatum: Juni 2017
    Lösungen von: Hitachi, Ltd. Geschäftsbereich Railway Systems