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Social Innovation

Eine branchenspezifische Betrachtung der Co-Kreation

Hitachis kürzlich veröffentlichter Bericht über den Status der Co-Kreation in Europa, ‘Co-creating the future’ (Die Zukunft mitgestalten), stellte fest, dass immer mehr Unternehmen auf dem gesamten Kontinent Co-Kreation als Werkzeug für Innovation nutzen. Unsere Studie zeigt, dass es eine ideale Arbeitsweise für komplexe Projekte auf der Schnittstelle von Unternehmen und Gesellschaft ist, wie Projekte zu intelligenten Städten, aber auch für komplexe Produkterstellungen wie vernetzte Autos. Aber wie sehen die verschiedenen Branchen, die wir befragt haben, die Co-Kreation über diese Projekte hinaus an? Wie unterscheiden sie sich in ihren Ansichten ihres Nutzens und der Herausforderungen bei ihrer Umsetzung?

Einstellungen zur Co-Kreation

Obwohl die allgemeine Meinung zu Co-Kreation über die Branchen hinweg positiv ist, sind einige offensichtlich begeisterter über die Nutzen, die sie bringen kann, als andere. Während zum Beispiel 49 Prozent der Befragten aus dem Energiesektor und 48 Prozent der Befragten aus dem Transportsektor sagen, dass Co-Kreation ihren Ansatz der Innovation verändert hat, scheinen die Befragten aus dem Gesundheitsbereich (55 Prozent) und der Infrastruktur (57 Prozent) überzeugter zu sein, und die überzeugende Mehrheit von 83 Prozent der Befragten aus dem Automobilsektor sagen, Co-Kreation sei verändernd für sie gewesen. Viele Autohersteller haben co-kreative Wege der Arbeit in ihren Standard-Innovationsprozess integriert. Audi zum Beispiel führt jetzt regelmäßige ‘Virtual Lab’ Sitzungen durch, die genutzt werden, um Kunden in den Design-Prozess von neuen Autoteilen einzubinden, wie z.B. ein verbessertes autointernes Entertainment-System.

Die schwankenden Grade an Begeisterung für Co-Kreation könnten dadurch erklärt werden, wie sehr Co-Kreationsprozesse in diesen Branchen integriert sind. Beispielsweise sagen 78 Prozent der Befragten im Energiesektor, dass Co-Kreation in ihren Unternehmen als Innovationswerkzeug diskutiert wurde und die am meisten verbreitete Phase der Co-Kreation im Energiesektor ist die Einführungsphase. 24 Prozent der Befragten gaben an, in dieser Phase zu sein.

Man vergleiche das mit dem Automobilsektor, wo ein Drittel (33 Prozent) Co-Kreation bereits in Pilotphasenprojekten testen, 29 Prozent die Co-Kreation in bestimmten Abteilungen und Regionen eingeführt haben und fast jeder fünfte (19 Prozent) sagt, dass es im gesamten Unternehmen eingeführt ist. In der Tat sagen 96 Prozent der Befragten aus dem Automobilsektor, dass Co-Kreation in ihrem Unternehmen irgendwann diskutiert wurde. Der Grad der Annahme der Co-Kreation über das Unternehmen hinweg scheint in der Tat damit zusammenzuhängen, wie verändernd sie auf die Branche gewirkt hat.

Warum Co-Kreation?

Unsere Studie identifizierte zwei Schlüsselelemente für Co-Kreation: die Kosten für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zu reduzieren, und von Anfang an erfolgreichere (Produkte und Dienstleistungen) zu erstellen. Und wieder ist die Automobilbranche hier fortgeschritten, mit einem Drittel (67 Prozent) der Befragten, die sagen, dass sie Co-Kreation genutzt haben, um Entwicklungskosten zu sparen, und fast 4 von 5 (79 Prozent) sagen, sie haben Co-Kreation genutzt, um erfolgreichere Produkte und Dienstleistungen zu schaffen - Audis co-kreiertes autointernes Entertainmentsystem dient hier als herausragendes Beispiel für die Verbesserung eines bestehenden Teils durch das Einbringen von Kunden in den Design-Prozess.

Allerdings sind die Nutzen von Co-Kreation auch in anderen Branchen spürbar: zum Beispiel sagen fast die Hälfte der Befragten im Energiesektor (46 Prozent), im Gesundheitswesen (49 Prozent) und Transport (47 Prozent), dass Co-Kreation ihnen hilft, Produkt- und Dienstleistungsentwicklungskosten zu sparen - wahrscheinlich durch die Schaffung von Produkten und Dienstleistungen, die perfekt auf die Nachfrage abgestimmt sind. Dies wird bestärkt durch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Befragten in allen Branchen sagen, dass es zur Entwicklung von erfolgreicheren Produkten und Dienstleistungen geführt hat.

Auswirkungen messen

Der Blick darauf, welche Methoden die unterschiedlichen Branchen nutzen, um die Auswirkungen von Co-Kreationsprojekten zu messen, bietet uns einen Einblick in die Motivation, warum sie sie überhaupt anwenden. Beispielsweise messen Befragte aus dem Automobilsektor den Erfolg der Co-Kreation am ehesten daran, wie effektiv sie für die Problemlösung bei bestehenden Produkten ist - daher kann man ziemlich sicher annehmen, dass das Hauptziel der Nutzung von Co-Kreation für Automobilunternehmen die Problemlösung ist.

Das ist auch eine der meist verbreiteten Methoden zur Messung des Wertes, die von Befragten aus der Infrastruktur und Stadtplanung genutzt wird. Eine andere Methode wird allerdings ebenso regelmäßig von dieser Branche genutzt: die erhöhte soziale Wirkung des Projektes, an dem sie gerade arbeiten. Das ergibt Sinn, wenn es aus einem Bereich kommt, der zunehmend mit Projekten beschäftigt ist, die verschiedene Bereiche an Expertise in umfassenden Stadtplanungsprojekten zusammenziehen. Singapurs Smart Nation Initiative zum Beispiel beinhaltet eine große Bandbreite an Zielen, die sich auf die Verbesserung der Gesundheit, des Lebens, der Mobilität und Dienstleistungen in der ganzen Stadt konzentrieren - offensichtlich ist die Verbesserung des Lebens der Bürger eng mit den Zielen eines solchen Projektes verknüpft.

Befragte aus dem Energiesektor sagen, ihre wichtigste Methode zur Messung der Auswirkungen der Co-Kreation ist es, sich die Anzahl der neuen Produkte anzusehen, in denen andere Parteien in der Entwicklung einbezogen worden sind - was ein Zeichen dafür ist, dass das Primärziel für Energieunternehmen beim Einsatz von Co-Kreation das Design von neuen Produkten und Dienstleistungen mit Partnern ist.

Eine Hauptherausforderung für den Energiesektor heute ist der Schritt hin zu einem nachhaltigen CO2 reduzierten Erzeugungsmodell, und viele neue Produkte und Dienstleistungen werden geschaffen, um Versorgungsunternehmen und Regierungen zu helfen, ihre Ziele zur CO2 Reduktion zu erreichen. Der Umfang solcher Projekte kann riesig sein und nicht nur das Design und die Umsetzung von neuen, CO2 reduzierten Erzeugungskapazitäten umfassen, sondern auch das Design großer Gebäude einbeziehen, die schon in der Design-Phase Stromspartechnologien eingebaut haben, und IT Systeme, die helfen, die Nachfrage zu messen. Co-Kreation ist perfekt geeignet für derartig komplexe Ziele.

Wer ist bei der Co-Kreation dabei?

Kunden und Mitarbeiter standen am Anfang der Liste als normale Co-Kreationspartner für alle Branchen. Das sollte keine Überraschung sein: Kundenreaktionen zu messen ist ein Schlüsselelement für die Entwicklung eines jeden Produktes oder einer jeden Dienstleistung, also ist ihr Einbezug in die Schaffung oder die Verbesserungsphase eine großartige Idee, um Kundenbedürfnisse zu bedienen. Und Mitarbeiter, die von vornherein in den Schaffungsprozess einbezogen werden, haben oft großartige Ideen, wie bestehende Produkte verbessert werden können, oder sie haben Einblicke darin, wie man die bestehende Infrastruktur für die Schaffung neuer Produkte nutzen kann. Die Erschließung dessen kann sich als wertvoll erweisen. In der Tat hat Whirlpool kürzlich eine Technologieplattform eingeführt, die es Mitarbeitern ermöglicht, Innovationsideen einzubringen - und seit ihrer Einführung sind die Verkaufszahlen von 2 Prozent Rückgang pro Jahr auf 2 Prozent Wachstum gestiegen.

Befragte aus Energie, Gesundheit, Automobil und Infrastruktur haben angegeben, dass es am unwahrscheinlichsten sei, dass sie Co-Kreation mit Mitbewerbern einführen. Obwohl dies kein häufiger Fall zu sein scheint, kann es doch passieren - insbesondere in großen oder komplexen Projekten, in denen Mitbewerber für unterschiedliche Dienste angeworben werden, aber dann im gleichen Raum landen, um am gleichen Projekt zu arbeiten. Sicherzustellen, dass Unternehmen Prozesse implementiert haben, um damit umzugehen, ist wesentlich, da Datenteilung und IP Probleme unter solchen Umständen noch größere Herausforderungen sind.

Co-Kreation wird zum Mainstream

Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst die Branchen, in denen Co-Kreation noch kein Kernwerkzeug ist, die Vorteile sehen, die sie bringen kann. Die Grenzen, Co-Kreation als Methode für Innovation anzunehmen, wie Datenschutz und IP Herausforderungen, sind überwindbar, wenn sie korrekt angegangen werden und mit den Partnern in der Entwicklungsphase der Projekte diskutiert werden. Der Aufbau der richtigen Kultur ist eher eine langfristige Aufgabe, aber über alle Branchen hinweg, die unsere Studie abgedeckt hat, liegt die Zustimmung zu der Aussage, eine Kultur zu besitzen, die günstig für Co-Kreation ist, bei 47 bis 66 Prozent. Offensichtlich sind die Herausforderungen der Co-Kreation über die Branchen hinweg üblich, was dafür spricht, dass Best Practices aus anderen Branchen sich als nützlich erweisen können, um sie zu überwinden.

Indem Wege gefunden werden, die Auswirkungen der Co-Kreation auf ihre Unternehmen zu messen, die mit ihren Zielen übereinstimmen, sie zu nutzen, können Organisationen damit beginnen, die Gewinne zu sehen, die es für ihre Projekte bringen kann. Das kann dabei helfen, es intern zu verkaufen und eine Kultur aufzubauen, die Zusammenarbeit fördert.

Obwohl Branchen, die sich darauf verlassen, mit verschiedenen Parteien zusammenzuarbeiten - wie Autobauer - schon seit einiger Zeit quasi aus der Not heraus Co-Kreation nutzen, passt Co-Kreation für andere Branchen vielleicht nicht so eindeutig. Aber unsere Studie zeigt, dass, wenn sie diese Herausforderungen einmal erkennen und annehmen, Nutzen da sind, die mitgenommen werden sollten.

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