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Hitachi

Social Innovation

Roboter-Helfer und die Zukunft

    Rachel Jones, Hitachi Europe Senior Strategy Designer, spricht mit uns über Hitachis Roboter EMIEW3 und was das verbreitete Wachstum der KI und von maschinellem Lernen für die Zukunft bedeuten.

    Bei dem ganzen Hype um künstliche Intelligenz (KI) vergessen wir manchmal, dass die KI-Revolution noch nicht beendet ist. Auch wenn es keinen Zweifel daran gibt, dass sie eines Tages eine große Rolle spielen werden, gibt es noch viele offene Fragen zu KI-gestützten Technologien wie Robotern, z. B. wie sie in unsere Gesellschaft integriert werden können und was das für die Zukunft bedeutet.

    Wir hatten die Gelegenheit, Hitachi Europe Senior Strategy Designer Rachel Jones zu Hitachis Star-Roboter EMIEW3 und ihren Vorhersagen für die Integration von Robotern in unsere Gesellschaft zu befragen sowie zu den größeren Wirkungen, die KI in der Zukunft haben wird.

    Hitachis humanoider Roboter EMIEW3 kam erst kürzlich zum ersten Mal nach Europa – was hat es mit dem EMIEW3 auf sich?

    EMIEW3 ist Hitachis freundlicher Kundendienstroboter, der in der Lage ist, zu erkennen, wenn Menschen Hilfe benötigen, indem er sein mit der Cloud verbundenes Gehirn und Überwachungskameras nutzt und der die Menschen autonom anspricht, um Hilfe anzubieten. Er wurde letztes Jahr auf einem der größten Flughäfen Tokyos  –dem Haneda Airport – getestet, wo er denjenigen half, die durch den Flughafen reisten und mit Kunden sowohl auf Englisch als auch auf Japanisch sprach. Er wird auch in Einkaufszentren getestet und ist jetzt zum ersten Mal im Vereinigten Königreich angekommen, was sehr spannend ist.

    Was wird Hitachi aus diesen Versuchen lernen?

    Diese Versuche helfen uns, ein unmittelbares Gefühl für die Einstellung der Menschen gegenüber Robotern zu erhalten, ihre ersten Reaktionen zu sehen und ob sie sie tatsächlich als hilfreich empfinden. Es führt außerdem zu einigen wirklich interessanten Einsichten über die Interaktionen zwischen Menschen und Robotern. Das Design des EMIEW3 zum Beispiel ist sich dessen sehr bewusst – anstatt einen Menschen in Größe und Aussehen zu kopieren, was einige Menschen abschreckend finden, haben wir uns entschieden, einen Roboter zu erschaffen, der klein, umgänglich, freundlich und zugänglich ist.

    Abgesehen vom EMIEW3, welche anderen Projekte laufen bei Hitachi im Rahmen von Robotern und KI?

    Bei Hitachi führen wir Forschung und Entwicklung sowohl in der einfacheren „Frage und Antwort“-KI als auch in der Mehrzweck-KI durch, die sich noch in einem früheren Stadium der Entwicklung befindet und sich derzeit dahin entwickelt, zu lernen, Einschätzungen zu treffen. EMIEW3 ist nur ein Konzept. Wir arbeiten zurzeit mit Partnern zusammen, um zu sehen, wie EMIEW3 dazu beitragen kann, das alltägliche Leben von Menschen zu verbessern. In Zukunft könnten diese Roboter mithilfe des maschinellen Lernens menschliche Arbeiten ergänzen, indem sie z. B. Reinigungsarbeiten im Haus übernehmen oder älteren Menschen Gesellschaft leisten. Aufgrund des vorausgesagten Bevölkerungswachstums in Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Menschen immer länger leben, benötigt die Gesellschaft dringend neue Technologien wie Roboter-Pfleger, die dabei helfen, den Druck auf unsere öffentlichen Dienstleistungen zu verringern.

    Glauben Sie, dass es kulturelle Hindernisse gibt, die den Aufschwung von Robotern behindern?

    EMIEW3 spricht eine Vielzahl an Sprachen, sodass dies kein Problem ist. Allerdings gibt es Unterschiede in der kulturellen Akzeptanz von neuen Technologien wie Robotern und ihrer schrittweisen Integration in die Gesellschaft. Beispielsweise sind die Menschen in Japan viel offener gegenüber innovativen Technologien und damit wird auch die Einführung von Robotern in bestimmten Bereichen, insbesondere in der Pflege, um mit seiner alternden Bevölkerung umzugehen, grundsätzliche positiver angenommen. In Europa und dem Vereinigten Königreich dagegen scheint die Aufnahme von Robotern vorsichtiger vonstatten zu gehen. Das wirft weitergehende Fragen über die Zukunft der Gesellschaft auf, unter anderem, wohin wir mit den neuen Technologien gehen wollen und wie wir Roboter dort integriert sehen.

    Wo sehen Sie den größten Effekt von KI und maschinellem Lernen in der nächsten Zukunft?

    KI und maschinelles Lernen wirken sich bereits heute hauptsächlich im Verbraucherbereich aus, z. B. durch Werbung auf Google und Facebook. Das mag unerheblich erscheinen, aber sehen Sie sich nur an, wie sehr es die neuesten politischen Ereignisse beeinflusst hat. In Zukunft werden KI und Techniken des maschinellen Lernens Teil unserer alltäglichen Infrastruktur sein und unsere Dienstleistungen verbessern, um beispielsweise in der Lage zu sein, Instandhaltungsmaßnahmen auf unseren Zugstrecken vorherzusagen, Reisezeitpläne zu liefern, die sich je nach der Anzahl der Passagiere, die das jeweilige Transportmittel nutzen, verändern, oder in der Art und Weise, wie Lieferketten in der Fertigung arbeiten und wie Energie verteilt und genutzt wird.

    Rachel Jones